Burg zu Ottersberg

Burg zu Ottersberg
Foto: Karl-Heinz Dörl

Gemälde von der Burg

Gemälde von der Burg
etwa um 1920

Burgbild von Hendrik de Winter

Burgbild von Hendrik de Winter aus dem Jahre 1742

Neben Otters.Bergh steht: “gelegen 7 Meyl von Bremen.”

Das Original befindet sich im Focke-Museum in Bremen

Ottersberg, so fing es an:

Vor etwa 800 Jahren ging es hier mit der ersten Burganlage los.
Der erste Burgherr war Friedrich von Boberg, er war ein Wasall/ Lehnsmann (1) des Erzbischofs Siegfried von Bremen. Boberg war zu der Zeit der Burgname dieser Festung. Es handelte sich wahrscheinlich nur um einen hölzernen Wehrturm der auf einer aufgeworfenen Motte stand.

Diese Herrschaft dauerte nicht lange, denn der Bischof Iso von Verden eroberte die Burg und setzte seinen Bruder, den Grafen Bernhard von der Wölpe als Burgherren ein, mit ihm kam auch der Name Ottersberg.

Woher kommt der Name Ottersberg?

Der Amtmann Kelp schreibt in seiner Fata (2) Ottersbergensia im Jahre1694:
Vorläufer von Ottersberg waren die Krumme Grafschaft, die Grafschaft Wolpe und enparticulier (amtlos, amtfrei) die Grafschaft Ottersberg. Weiterhin schreibt Kelp zum Namen Ottersberg: “Dieses Flecken und Schloß Ottersberg ist Situiret in ein ganz Sumpficht und Morastig Ohrt, allero der Wimmen Strom vorbey fließet, und wie die Ottern allda ihren Aufenthalt häufig gehabt, so soll das Schloß auch den Nahmen darnach bekommen haben, das es Ottersberg ist genennet worden.”

Oscar Vernhalm bezieht sich in seiner Broschüre (Aus Ottersbergs 1000jähriger Geschichte) auf Plinius und Tacitus. Diese Geschichtsschreiber aus Rom waren der Meinung: Die Bewohner dieser Gegend waren Heiden und verehrten die Ostergöttin Ostara. Nach Ansicht eines Chronisten soll danach später Ottersberg seinen Namen erhalten haben.

Wenn es nach dem Namensforscher Jürgen Udolph geht, macht er für den Ortsnamen Ottersberg folgende Anmerkung: Für jeden Ortsnamen muss man erst mal alte Belege haben. In einen Beleg aus dem Jahr 1266 heißt es “castri Otterberg” und dieser Name ist natürlich nicht zu trennen von dem benachbarten Otterstedt.
Man könnte glauben, dass der “Otter” im Ortsnamen vorliegt, aber es ist schwierig bei Otterstedt. Denn , “-stedt” geht eigentlich nur in Verbindung mit Personennamen und man kann sich kaum vorstellen, dass es eine Ottersiedlung gewesen ist. Deswegen glaubt man eher, dass ein alter germanischer Personenname darin vorliegt: Aud und Heer. Zwei Teile: im ersten “Aud” das ist Besitz, Eigentum und im zweiten Teil “Heer”, Streitmacht. Daraus wurde später Otter.
Der Name Ottersberg enthält also demnach zwei Elemente aus der germanischen Sprache und man ist deshalb nicht der Meinung, dass das Tier Otter in diesem Namen vorkommt.

1. Land und Rechte, die von einem Adligen oder einer Kirche auf Treue für militärische Gefolgschaft verliehen werden (Lehen) ; Inhaber eines solchen Lehens ist der Lehnsmann.
2. Zusammenstellung von Schicksalen oder Ereignissen.

Christine, Königin von Schweden

Der Vater

Gustav Adolf der II., König von Schweden

Gustav Adolf der II., König von Schweden

Gustav Adolf der II., von Schweden regierte von 1611 bis 1632.
Er wurde am 19. 12. 1594 in Stockholm geboren und fiel am 16. 11. 1632
in der Schlacht gegen Wallenstein bei Lützen. Im Jahre 1631 besiegte er Tilly in der Schlacht bei Breitenfeld. Durch diesen Sieg erhielt der Protestantismus in damaliger Zeit große Unterstützung.
Seine einzige Tochter Christine wurde bereits mit 6 Jahren Erbin des Königsthrones der Schweden. Bis zum Jahre 1644 leitete ein Vormundschaftsrat, unter der Leitung von Axel Oxenstierna, die Regierungsgeschäfte.

Christine Königin von Schweden

Christine Königin von Schweden

Durch den Westfälischen Frieden kamen die Herzogtümer Verden und Bremen in schwedischen Besitz. Durch diese Übernahme wurde die Königin von Schweden auch Regentin des Amtes Ottersberg.
Christine, Königin von Schweden wurde am 17. 12. 1626 in Stockholm geboren und ist am 19. 04. 1689 in Rom gestorben. Sie war eine hochbegabte Frau mit einer hervorragenden Ausbildung und bewegte sich in Kreisen von Künstlern und Gelehrten. Als Königin von Schweden regierte sie von 1644 bis 1654. Da sie eine gute politische Ausbildung genossen hatte und diese auch von ihr genutzt wurde, erhielt sie einen würdigen Platz in der Geschichte ihres Vaterlandes.
Nachdem Königin Christine von Schweden sich in den spanischen Gesandten Don Antonio Pimetel, der um ihre Hand für seinen König Philipp anhielt, verliebt hat, trat sie in Brüssel zum katholischen Glauben über. Sie wollte mit ihm in seine Heimat gehen, die er Ihr als Paradies beschrieben hatte. Nach diesem Übertritt dankte sie im Jahre 1654 ab, denn nach der Schwedischen Verfassung konnte kein Katholik König oder Königin der Schweden sein.
Es ist nicht zu der Reise nach Spanien gekommen, denn Christinas früherer Günstling Magnus hat den Don Antonio erstochen. Nach diesem Vorfall ging sie nach Rom. Ihr Nachfolger wurde ihr Vetter Karl X. Gustav von Schweden. Er wurde am 8. November 1622 als Sohn des Johann Kasemir von Pfalz-Zweibrücken geboren. Seine Mutter war eine Schwester von Gustav Adolf II., von Schweden. Auch als Königin ohne Reich betrieb sie in Rom einen aufwendigen Lebenswandel. sie überwarf und vertrug sich mit vier Päpsten. Der Vatikan mußte sie des Öfteren aus ihren finanziellen Notlagen befreien.
Nach dem Ende eines ruhelosen Lebens ruht sie in königlichem Gewand, mit Zepter und Krone, in einem Sarg aus Zypressenholz in den Vatikanischen Grotten des Petersdomes zu Rom.

Sarg der Königin Christine von Schweden*

Sarg der Königin Christine von Schweden
Foto: Karl-Heinz Dörl

Eine Richtung der damaligen schwedischen Geschichtsschreibung sah in den Goten die Vorfahren der Schweden, womit dann am Anfang der schwedischen Geschichte die Weltherrschaft stünde.
Im Jahre 1649 wurde der schwedische General Axel de Lilie, der mit Haus und Amt Ottersberg belehnt war, zur Burg Thedinghausen versetzt.
Königin Christine von Schweden vermachte dann dem
General Hans Christopher von Königsmark
das Haus und Amt Ottersberg als Schenkung.

Tore, Türen und Ornamente

Tür mit Petrusrelief un als zugemauerte Einfahrt

Tür mit Petrusrelief und als zugemauerte Einfahrt zum Burghof

Die ehemalige Zufahrt zum Burghof wurde zugemauert und mit einer Eingangstür versehen. Dieses Portal aus der Zeit um 1600 könnte der Eingang zur Burgkapelle gewesen sein. Die Inschrift auf dem Türsturz lautet:
MISERICORDIAS DOMINI IN ATERNVM CANTAIK
VON DES HERRN GNADE VND GUTTIGKEIT WIL ICH SINGEN IN EWIGKEIT

**Türen im Turmwinkel**

Türen im Turmwinkel
Foto: Karl Heinz Dörl

Türen im Turmwinkel im Jahre 1936

Türen im Turmwinkel im Jahre 1936

Das linke Portal befindet sich im Ostflügel des Amtshauses und könnte am Anfang des 16. Jahrhunderts entstanden sein, die Bekrönung aus der Umbauzeit, etwa 1585.

Über der Tür zum Treppenturm (mittleres Bild) steht unter dem Wappen:
VON GOTTES GNADEN JOHAN FRIEDRICH ERWOLTER UND POSTULIRTER ZU ERTZ UND BISCHOFFE DER STIFTER BREMEN UND LÜBECK ERBE ZU NORWEGEN HERZOGH ZU SCHLESWIG HOLSTEIN STORMARN UND DER DITMARSCHEN GRAFF ZU OLDENBURG UND DELMENHORST
(erwählt und postuliert zum Erzbischof des Stiftes Bremen und Bischof des Stiftes Verden).
Johann Friedrich war 1597—1634 Erzbischof, der vorletzte Erzbischof überhaupt, ein Protestant. Unter der letzten Inschrift steht lateinisch:

ARXFORTISS : NOME DNI • 1619

(Die festeste Burg ist der Name des Herrn)
Hier könnte man eine Anspielung auf Martin Luthers Lied “Eine feste Burg ist unser Gott” vermuten.

Die rechte Tür ist eine Eingantür zum Westflügel, die darüber angebrachte Tafel berichtet von der Widerherstellung der Burg und der Festungsanlage im Jahre 1585.

Petrus mit Schrifttafel

Petrus mit Schrifttafel

Über dem Relief des Petrus steht “SANTVS PETRVS APOSTOLVS
Der Apostel St.Petrus (santus ohne c)

Das Petrusreliev und die Tafel mit der Beschreibung der Burgrenovierung waren ursprünglich an der Südseite über dem Torbogen der Burg angebracht. Diese beiden Elemente sind wahrscheinlich nach dem Kauf der Burg durch die Familie Clüver im Jahre 1882 versetzt worden.

Die Inschrift auf der Tafel lautet:
ANNO DNI 1585•CAPLM•METROP:BREMEN.ECCLIÆ
ARCE HAC, VETVSTATE DEFORMATA. ET PENE
COLLAPSA, HISCE ÆDIP’,VALLOQ• ET FOSSIS.
RESTAVRARI ET FIERI FECIT SPLENDIDIOREM

Abkürzungen stehen für: domini, capitulum, metropolitanae, Bremensis, ecclesiae, arcem, hanc, deformatam,
collapsam, aedibus, valloque. — pene = paene.
Übersetzung: Im Jahre des Herrn 1585 ließ das Kapitel der erzbischöflichen bremischen Kirche diese Burg, die durch hohes Alter verwahrlost und fast zerfallen war, mit den Gebäuden, Wall und Gräben wiederherstellen und verschönen.

**Sitzecke im Burggarten**

Sitzecke im Burggarten
Foto aus dem Jahre 1936

Das mittlere Relief Zeigt “Petrus mit Schwert, Buch und Schlüssel

Das linke Relief zeigt “Simson zerreißt einen Löwen”
( Buch der Richter AT. K . 14 )

Das rechte Relief zeigt “Delila schneidet Simson die Locken ab”
( Buch der Richter AT. K . 16 )

Buch der Richter AT. K . 14
Simson, im AT israelitischer Volksheld von großer Körperkraft, besiegte die Philister (Philisterland = Palästina).

Buch der Richter AT. K. 16
Delila war die Frau des Simson. Sie lebte nach Ri. 16,4 im Tal und am Bach von Sorek, einem kleinen Seitental im heutigen Grenzgebiet Israels zum Gazastreifen. Delila entlockte ihrem Mann das Geheimnis seiner gewaltigen Kraft, das darin bestand, dass sein Haar niemals geschnitten worden war. Sie schnitt ihm im Schlaf die Locken ab und lieferte ihn an seine Feinde, die Philister, aus. Für diese Tat bekam Delila von jedem der Fürsten der Philister, die sie überredet hatten, eine vorher vereinbarte Summe von 1100 Silberstücken ausgezahlt (Ri 16,5).

Delila ist eine der wenigen Frauen des A.T., die mehr ist als Frau und Mutter. Auf Grund ihrer Tat wurde sie zur Symbolgestalt weiblicher List und Tücke, die dem Manne zum Verhängnis werden kann.


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