Reepschläger

Reepbock

Reepbock Foto: K.-H. Dörl

Um Reepe oder Seile zu schlagen, wird einiges an Reepschlägergeschirr benötigt.

Der stationäre Teil des Geschirrs wird Reepbock genannt. Dieses Teil besteht aus einer starken senkrecht aufgestellten Holzbohle, in deren oberen Drittel vier eiserne Kurbeln mit Haken an den Enden angebracht sind. Die Kurbeln sind durch ein Brett so mit dem Griff verbunden und gelagert, daß sie sich durch kreisförmiges drehen des Brettes gemeinsam in die gleiche Richtung drehen lassen. Die Bohle steht auf einem kräftigen Sockel, oder ist an einem festen Gegenstand angebracht.

Reepschlitten

Reepschlitten Foto: K.-H. Dörl

Der Reepschlitten ist ein bewegliches Teil des Geschirrs. Dieses Teil besteht aus einer starken Bohle auf einer breiten Kufe, am Kopf ist nur eine eiserne Kurbel mit Hakenende angebracht. Außerdem ist für gewöhnlich die Kufe vorne mit zwei kleinen Rädern versehen. Das hintere Ende kann durch einen Stein beschwert werden.

Höfte und Dorn

Höfte und Dorn Foto: K.-H. Dörl

Die Lehre, das Höft, kann auf verschiedene Weise aus Hartholz hergestellt werden. An der Wandung sind vier Rillen eingearbeitet. Die Lehre dient zum gleichmäßigen Zusammendrehen der einzelnen Stränge.

Wer ein Reep oder Tau schlagen will muß mit dem Spannen des Garnes zwischen Reepbock und Reepschlitten beginnen. Ein Reep verliert beim Schlagen je nach Stärke des fertigen Endproduktes etwa 20 bis 30 Prozent seiner am Anfang aufgespannten Länge.
Mit dem Aufspannen des zu schlagenden Materials wird am unteren linken Haken begonnen. Danach folgen die Haken links oben, rechts oben und dann rechts unten. Je nach Stärke des fertig zustellenden Reepes, werden zwischen zwei bis zehn Fäden in ständigem Hin und Her zwischen Bock und Schlitten gespannt. Am Ausgangspunkt, dem ersten Haken, wird das Ende angeknotet. Durch kreisförmiges drehen des Kurbelbrettchens, werden die vier Stränge zusammengeschlagen. Beim Zusammenschlagen der vier Stränge werden diese bereits verkürzt. Der durch einen Stein beschwerte Schlitten rollt dabei langsam auf den Bock zu. Wenn die Stränge (Kadeelen) stark genug zusammengedreht sind, setzt man das Höft zwischen den vier Strängen am Kurbelhaken des Schlittens ein, jetzt beginnt die eigentliche Arbeit des Zusammenschlagens zu einem fertigen Reep. Beim Drehen der Schlittenkurbel wird das Höft gleichmäßig vom Schlitten zum Bock geführt, sobald das Höft am Haken des Bockes angelangt ist, kann das fertige Reep abgehakt werden. Das offene Ende des Reepes wird nun mit einer Öse versehen. Um eine Öse herzustellen wird ein starker Dorn benötigt. Das Reep wird etwa 15 cm unterhalb des offenen Endes durchbohrt. Durch diese Öffnung werden die Schlaufen die auf den vier Haken saßen durchgedrückt. Jetzt wird das andere Ende des Reepes durch die Schlaufen gezogen, durch diesen Arbeitsgang entsteht eine feste Öse und das Reep ist fertig.

Wie bei vielen Arbeiten gilt auch hier das Sprichwort: „Übung macht den Meister“

Reepschlägergeschirr und Zubehör wurde von Karl-Heinz Dörl hergestellt.


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